Bericht über unsere Aktionswoche

35 Jahre und immer noch Feuer und Flamme!
Wir, die Tierbefreier*innen Leipzig, haben das 35 jährige Vereinsbestehen des tierbefreier e.V. mit einer Aktionswoche zelebriert.
Wir starteten am Montag, den 20.01.2020 mit einer Trauerkundgebung für die Opfer der Pelzindustrie vor dem EGOIST in Leipzig. EGOIST ist eines der Modehäuser die leider auch im Jahr 2020 noch immer Echtpelzwaren verkaufen. Anstatt, wie oft bei derartigen Kundgebungen üblich, unsere Wut zu demonstrieren, entschieden wir uns dafürr, unserer Trauer Ausdruck zu verleihen. Mit Särgen, gerahmten Bildern, der sogenannten Pelztiere, nebst Grablichtern und niedergelegten Blumen vor dem Geschäft, schufen wir somit eine Atmosphäre, die eher auf Mitgefühl und Verständnissndnis stieß als auf unpassende Kommentare. Pelz-“Mode” ist immer noch ein gut zugängliches Thema für ein Großteil der speziesistisch verorteten Bevölkerung. So haben auch viele Passant*innen unsere Flyer interessiert entgegen genommen und sind mit uns ins Gespräch gekommen. Wir haben den Eindruck gewonnen mit unserer Aktionsform einerseits die nötige Aufmerksamkeit auf uns zu ziehen, ohne andererseits eine eskalationsgefährdete Grundstimmung zu erzeugen. Fazit: ein voller Erfolg.
Am Dienstag, den 21.01.2020 luden wir zu einem offenen Plenum ein. Wir erzählten über unsere persönlichen Wege zur aktiven Beteiligung, über Aktions- und andere Formen der gesellschaftlichen Mitgestaltung. Wir legten die politische, sowie emanzipatorische Verortung des Vereins im Allgemeinen und unserer Ortsgruppe im Speziellen dar, erklärten unseren antihierarchischen Organisationsansatz und standen für eine offene Fragerunde Rede und Antwort. Das offene Plenum fand großen Anklang und wir durften einige interessierte Personen begrüßen und konnten mit ihnen gute Gespräche führen und viele Fragen beantworten. In den anschließenden Plenas kamen drei Personen immer wieder und sind jetzt zu festen Bestandteilen unserer Gruppe geworden. Wir freuen uns sehr dass wir mit unserem offenen Plenum Menschen so erreichen konnten, dass sie sich nun im Tierbefreiungsaktivismus engagieren und mit uns gegen die Ausbeutung aller menschlichen und nicht-menschlichen Tiere stehen.
Weiter ging es am Mittwoch, den 22.01.2020 mit einem Filmabend und Küfa, ebenfalls im Plaque. Wir zeigten “Bold Native” in dem es um einen radikalen Tierrechts-Aktivisten geht. Es waren zwar nicht übermäßig viele Zuschauer*innen da, doch denen die zu Küfa und Film vorbei gekommen sind, gefiel es sehr. Später am Abend bedienten wir die Gäste an der Bar und hatten viele anregende Gespräche und Diskussionen.
Zum Abschluss der Aktionswoche hat dann am Sonntag, den 26.01.2020, Markus Kurth einen Vortrag zu tierlicher Agency im Rahmen der Ausstellung “ANIMAL UTOPIA” von Hartmut Kiewert gehalten. Markus Kurth nahm den Faden der Ausstellung, das Thema der Utopie eines anderen Möglichen Mensch-Tier-Verhältnisses auf, indem er über die Möglichkeiten tierlicher (Selbst-)Wirksamkeit und Handlungsmacht in menschlich dominierten Umgebungen sprach. Er untersuchte zusammen mit den Zuhörer*innen, anhand von praktischen Beispielen, welche Folgen es hat, Tiere nicht mehr als (nur) leidende Opfer, sondern als mögliche Teilhabende an einer (nicht mehr nur) menschlichen Gesellschaft zu denken. Der Vortrag war sehr gut besucht und passte thematisch hervorragend in die Ausstellung.
Interessierte können eine Aufzeichnung des Vortrags auf unserem YouTube Kanal finden.

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